Öffentlicher Vortrag in Hamburg

Samstag, 28. April 2018, 19:30 Uhr
 
Gilgamesch
Erdenleid und Himmelslicht
 
Gabriele Quinque
 
Ort: Logenhaus, Moorweidenstr. 36, D-20146 Hamburg
Eine Anmeldung ist nicht erforderlich!
Kosten: Spenden nach eigenem Ermessen
 
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Besondere Fügungen und Begabungen führten dazu, dass man im 19. Jahrhundert damit begann, die zwölf Tafeln des Gilgamesch-Epos in babylonischer Keilschrift zu entziffern, und die Christenheit staunt heute darüber, Motive zu finden, die uns aus dem Alten Testament bekannt sind. Auch Ethnologen und Psychoanalytiker stehen ehrfürchtig vor der ältesten Heldensage, die wir kennen, und finden darin den Roten Faden des klassischen Musters wieder. Gilgamesch, der König von Uruk, zeigt sich zunächst unbewusst und schuldbeladen. Dann gerät er plötzlich in ein Reifungselend, das sein Erwachen beschleunigt. Er vollzieht seine Katharsis in schmerzlichen Prozessen, die er hervorragend bewältigt. Geläutert und im Charakter gefestigt, geht er aus den strengen Prüfungen hervor und erweist sich als segensreicher Herrscher und Baumeister des Zweistromlandes zwischen Euphrat und Tigris. Die Zeitlosigkeit dieser Struktur gereicht dem Suchenden unserer Tage zum Wegweiser in Erkenntnisräume, in denen er seiner eigenen Vollendung entgegenstrebt.

 

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